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Exhibition/Ausstellung: Calligraphy Of Nature


  • Allianz, Haus 5, Galeriegang vor der Trattoria San Felice Dieselstraße 5 München Deutschland (map)
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Ausstellung von STEPHAN FÜRNROHR
auf Einladung der ALLIANZ KUNSTSAMMLUNG
September – Dezember 2019
Öffnungszeiten: 9.00 – 16.00 Uhr
Ausstellungsort: Allianz, Haus 5, Galeriegang vor der Trattoria San Felice, Dieselstr. 11, München

DIE KALLIGRAPHIE DER NATUR

Es gibt ein Land
von wilder, ungezügelter Natur.

Dort gestattet man den Flüssen noch, sich ohne
Schranken ihren natürlichen Lauf zu suchen.

Die Flüsse lehren uns,
dass auch die verschlungensten Pfade,
voller Richtungswechsel, Irrwege und Sackgassen,
am Ende immer zu ihrem Ziel finden.

Ströme und Bäche zeichnen schier endlose, in stetem Wandel
befindliche Ornamente in die Landschaft, welche unserem
Streben nach geradliniger Effizienz Hohn sprechen.

Sie erzählen die Geschichte von einer Kraft,
die keine Hindernisse akzeptiert.

Die in jeder Situation auf spielerisch
anmutende Weise ihren Weg findet.

Sie sind die Kalligraphie der Natur.


DAS PROJEKT – EINE ODE AN DEN UMWEG

Als ich 2016 für mein erstes dediziertes Luftbild-Portfolio in Grönland fotografierte, gehörten die stark mäandernden Schmelzwasserflüsse auf dem Inlandeis zu den zentralen Sujets. Beim Anblick einiger besonders schwungvoller Linienzüge entstand in mir unvermittelt die Assoziation von der „Kalligrafie der Natur“.

Ich fragte mich, ob es derartige Flussläufe auch auf dem festen Land gibt – und begann nach meiner Rückkehr, die Bäche und Flüsse im Umfeld meines Wohnorts zu inspizieren. Doch bis auf wenige Ausnahmen fand ich so gut wie keine naturbelassenen Flussläufe. Fast überall hatten schon vor langer Zeit Flussbegradigungen ihre unwiderruflichen Spuren hinterlassen. Mäander benötigen nun einmal eben viel Fläche und bilden nur selten landwirtschaftlich zu nutzende Halbinseln.

Da mir das visuelle Konzept jedoch keine Ruhe mehr ließ, begann ich Landkarten und die Satellitenbilder von Google Maps zu studieren. Nach einigem Suchen stieß ich auf zwei aneinander grenzende Gebiete in Sibirien, die für meine Bildideen optimale Voraussetzungen zu bieten schienen: die Region Altai, welche die südöstlichen Ausläufer der westsibirischen Tiefebene umfasst – und die Republik Altai, die den russis- chen Teil des namensgebenden Hochgebirges einschließt. In diesen beiden dünn besiedelten Naturräumen gibt es einerseits jede Menge Platz, weswegen Flussbegradigungen nicht notwendig sind. Darüber hinaus ist die Ebene sehr flach und auch die Täler des Altaigebirges sind teilweise so sedimentreich, dass das Gefälle der Flüsse sehr schwach ist, was wiederum die Bildung von Flussmäandern begünstigt.

Weder Einheimische noch Russland-Reisende aus meinem Bekanntenkreis konnten mir sagen, ob ich die anvisierten Sujets wirklich in dieser Form finden würde. Daher startete ich im September 2017 meine erste Reise, die mich in das Altai-Gebiet und damit auf die Suche nach einer bis dato absolut spekulativen Motivwelt führte. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Trotz einigen, bei Erstbereisungen anspruchsvoller Reiseziele nahezu obligatorisch zu zahlenden Lehrgeldes, konnte ich Bilder aufnehmen, die ich mir zuvor erträumt hatte – und noch viel mehr. Spätestens damit war aus der kühnen Vision ein Projekt geworden. Dieses Projekt wurde im September 2018 unter dem Eindruck der im Vorjahr gemachten Erfahrungen fortgeführt. Dabei konnten die Motivauswahl erweitert und verschiedene Details vertieft werden.

Earlier Event: August 24
Exhibition/Ausstellung: 90° Grönland