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Es gibt ein Land

von wilder, ungezügelter Natur.

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Dort gestattet man den Flüssen noch, sich ohne
Schranken Ihren natürlichen Lauf zu suchen.

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Die Flüsse lehren uns…

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…dass auch die verschlungensten Pfade,
voller Richtungswechsel, Irrwege und Sackgassen,
am Ende immer zu ihrem Ziel finden.

Ströme und Bäche zeichnen schier endlose, in stetem Wandel
befindliche Ornamente in die Landschaft, welche in unserem
Streben nach geradliniger Effizienz Hohn sprechen.

Sie erzählen die Geschichte von einer Kraft,
die keine Hindernisse akzeptiert.

Die in jeder Situation auf spielerisch
anmutende Weise ihren Weg findet.

Sie sind:

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DIE KALLIGRAFIE DER NATUR

Das Projekt - eine Ode an den Umweg

Als ich 2016 für mein erstes dediziertes Luftbild-Portfolio in Grönland fotografierte, gehörten die stark mändernden Schmelzwasserflüsse auf dem Inlandeis zu den zentralen Sujets. Als ich einige besonders schwungvolle Linienzüge entdeckte, entstand in mir unvermittelt die Assoziation von der "Kalligrafie der Natur".

Ich fragte mich, ob es derartige Flussläufe auch auf dem festen Land gibt - und begann nach meiner Rückkehr, die Bächen und Flüssen in im Umfeld meines Wohnorts zu inspizieren. Aber bis auf wenige Ausnahmen fand ich so gut wie keine naturbelassenen Flussläufe. Fast überall hatten schon vor langer Zeit  Flussbegradigungen ihre unverkennbaren Spuren hinterlassen. Mäander verbrauchen eben viel Fläche und bilden nur schwer landwirtschaftlich zu nutzende Halbinseln. 

Da mir das visuelle Konzept jedoch keine Ruhe mehr ließ, begann ich Landkarten und die Satellitenbilder in Google Maps zu studieren. Nach einigem Suchen stieß ich auf 2 aneinander angrenzende Gebiete in Sibirien, die für meine Bildideen möglicherweise optimale Voraussetzungen zu bieten schienen: die "Region Altai”, die die südöstlichen Ausläufer der westsibirischen Tiefebene umfasst - und die Republik Altai, die den Russischen Teil des namensgebenden Hochgebirges einschließt. In diesem beiden dünn besiedelten Naturräumen gibt es einerseits jede Menge Platz, so dass keine Notwendigkeit von Flussbegradigungen besteht - weiterhin ist die Ebene sehr flach und auch die Täler des Altai Gebirges sind teilweise so gut mit Sediment aufgefüllt, dass das Gefälle der Flüsse sehr schwach ist - was wiederum die Bildung von Flussmäandern begünstigt.

Weder Einheimische noch Russland-Reisende aus meinem Bekanntenkreis konnten mir sagen, ob die von mir anvisierten Sujets wirklich in dieser Form zu finden wären. Daher startete ich im September 2017 meine erste Reise, die mich in das Altai-Gebiet und damit auf die Suche nach der zu diesem Zeitpunkt absolut spekulativen Motivwelt führte.
Ich sollte nicht enttäuscht werden. Trotz einigem Lehrgeld, das man bei der persönlichen Erstbereisung eines anspruchsvollen Reiseziels immer zu bezahlen hat, konnte ich Bilder die aufnehmen, die ich mir vorher erträumt hatte - und noch einige mehr. Spätestes damit war aus der kühnen Vision ein Projekt geworden.

Dieses Projekt wurde im September 2018 vor dem Hintergrund der im Vorjahr gemachten Erfahrungen fortgeführt. Dabei konnte die die Bilderkollektion sowohl in der Breite abgerundet, als auch in verschiedenen Details vertieft werden.